Fahrzeugaufstellung des Gefahrgutzuges Ansbach - Land

Bilder von Gefahrgutübungen

Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G)

Aufgrund der steigenden Einsatzzahlen mit gefährlichen Stoffen der verschiedensten Art, beschloss der Bayerische Landtag im Juni 1987, dass die Ausrüstung und Ausbildung der Feuerwehren auf diesem Gebiet verbessert werden muss. In Zusammenarbeit mit Feuerwehren, Industrie und Staat wurde eine Baurichtlinie für ein neues Feuerwehrfahrzeug, den sogenannten Gerätewagen Gefahrgut (kurz GW-G) entwickelt.

Dieses neue Feuerwehrfahrzeug wurde für Sofortmaßnahmen nach Unfällen mit gefährlichen Stoffen ausgerüstet. Zur Beladung gehören neben Chemikalienschutzanzügen und Umfüllpumpen auch Auffangbehälter, Dichtkissen, Atemschutzgeräte, spezielle Messgeräte aber auch eine Vielzahl von Abdichtmaterialien und Werkzeugen. Nach einer Erprobung bei der Feuerwehr Ingolstadt wurde 1987 die Beschaffung weiterer GW-G beschlossen und freigegeben. Als erste Maßnahme wurden flächendeckend für ganz Bayern 40 Standorte ausgewählt. In der Stadt und im Landkreis Ansbach wurde das Fahrzeug bei der Feuerwehr Ansbach stationiert. Der damalige Kreisbrandrat Hans Hähnlein hat bereits 1990 die Anschaffung eines GW-G für den Landkreis Ansbach angeregt und dieses Vorhaben dem damaligen Landrat Herrn Ehnes vorgetragen. Der Kreistag des Landkreis Ansbach beschloss nach eingehender Beratung im April 1992 die Anschaffung und reichte den Zuwendungsantrag bei der Regierung ein.

Bereits im März 1990 bewarben sich verschiedene Feuerwehren, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr Schnelldorf, um die Stationierung des GW-G. Nach mehreren langwierigen Gesprächen hat man sich schließlich für den Standort Schnelldorf entschieden.

Die offizielle Übergabe des Gerätewagens fand am 17.09.1994 zur Eröffnung der Brandschutzwoche statt. Die Gesamtkosten in Höhe von 593.677 DM wurden mit einem Staatszuschuß in Höhe von 415.570 DM gefördert. Eine Spende der Brandversicherung in Höhe von 20.000 DM verringerte die Kosten für den Landkreis Ansbach auf 158.107 Euro.

Als Einsatzgebiet wurde der westliche Landkreis Ansbach festgelegt. Dieser beinhaltet auch die beiden Autobahnen A 6 und A 7. Auf der A 6 wird der Gerätewagen Gefahrgut bei Einsätzen zwischen der Landesgrenze und der Anschlussstelle Aurach eingesetzt. Das restliche Gebiet des Landkreises wird von der Feuerwehr der Stadt Ansbach abgedeckt.

Aufgrund des großen Personal- und Materialbedarfs bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen wurde zusammen mit der Feuerwehr Feuchtwangen ein Einsatzkonzept entwickelt und so der Gefahrgutzug Ansbach Land ins Leben gerufen. Dieses Einsatzkonzept wird auch heute noch in zahlreichen Einsätzen ständig weiterentwickelt. In vielen lange andauernden Besprechungen wurden und werden immer noch Kleinigkeiten verbessert und geändert. In den letzten 13 Jahren hat das Konzept einen sehr hohen Qualitätsstandart erreicht, der von allen eingesetzten Feuerwehrleuten und den Führungskräften ein sehr fundiertes und spezialisiertes Wissen fordert. Aus diesem Grund werden auch eine Vielzahl von Gefahrgutübungen abgehalten und die Einsatzkräfte besuchen spezielle Ausbildungslehrgänge bei den bayerischen Feuerwehrschulen.

Nach der Auflösung der Katastrophenschutzzüge des Freistaates wurde ein Teil der ehemals in Feuchtwangen stationierten Einheit nach Rothenburg verlagert. Die Feuerwehr Rothenburg ergänzt seit 2003 den Gefahrgutzug Ansbach Land mit ihrem Dekontaminationsfahrzeug. Es hat sich bei mehreren Übungen und Einsätzen gezeigt, dass diese Zusammenarbeit sehr effektiv und eine große Entlastung für den „alten“ Gefahrgutzug ist, da die Dekontamination nun komplett von den Kräften aus Rothenburg übernommen wird.

Seit der offiziellen Übergabe im Jahre 1992 hat sich bei mehreren großen Einsätzen gezeigt, dass die Anschaffung dieses Fahrzeuges ein großer Fortschritt für die schnelle und gezielte Hilfeleistung war. Es wurden bereits eine Vielzahl von Einsätzen absolviert, in denen die eingesetzten Feuerwehren ein breit gefächertes Wissen und Können bewiesen.

Letztes Update: 12.12.2009

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